Individuelle Förderung

15. April 2011 von admin | keine Kommentare

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Gemäß unserem Motto „Schwächen abbauen, Stärken fördern“ legen wir besonderen Wert auf die individuelle Förderung unserer Schüler, die in zwei Richtungen wirken soll: Defizitorientierte Maßnahmen sollen möglichst vielen unserer Schüler zu einer reibungslosen Schulkarriere verhelfen, eine stärkenorientierte Förderung soll den Übergang zu höherrangigen Schulformen erleichtern und ermöglichen und auch zur Ausbildung eines positiven Selbstwertgefühls unserer Schüler betragen, was wiederum motivierend auch auf andere Leistungsbereiche wirkt. Als dritte Komponente ergänzt die Förderung im sozialen Bereich den Maßnahmenkatalog.

Individuelle Förderung im Klassenverband

Förderung der Methodenkompetenz

Innerhalb der einzelnen Unterrichtsfächer wird, gekoppelt an die methodischen Vorgaben der jeweiligen Lehrwerke und die speziellen methodischen Erfordernisse der einzelnen Fächer darauf hingearbeitet, dass die Schüler die für die erfolgreiche Teilnahme am Fachunterricht benötigten Methoden erlernen, einüben und vertiefen können. So wurde z.B. im Fach Deutsch, dem für grundlegende Methodenkompetenzen eine Leitfunktion zukommt, ein Lehrwerk gewählt, das durch seine Struktur (Unterteilung in Unterrichtsvorhaben und Lernstationen, Schülerevaluationsbögen zum Lernerfolg) das Methodenlernen erleichtert und systematisiert. Im zugehörigen Arbeitsheft befinden sich zudem Lernstandsüberprüfungen, anhand derer der Schüler individuelle Förderhinweise erhält.

Ferner werden in der Jahrgangsstufe 5 Methodentage durchgeführt, die den Schülern Basiskompetenzen in den Bereichen Lernen lernen, Anfertigen von Hausaufgaben und Lesetechniken vermittelt werden. Die Entwicklung von weiterführenden Methodentagen für alle Jahrgangsstufen ist Bestandteil der Schulprogrammarbeit für die kommenden Jahre, ebenso wie das Erstellen eines verbindlichen, fächerübergreifenden Methodencurriculums.

Innerhalb des Regelunterrichts bieten individualisierende Lehrmethoden wie Freiarbeit oder Stationenlernen, Portfolioarbeit usw. ebenso Raum für individuelle Förderung.

Förderung der sozialen Kompetenz

Im Politikunterricht der Klasse 5 werden, basierend auf dem Konzept „Erwachsen werden“ von Lions-Quest, grundlegende soziale Kompetenzen eingeübt bzw. vertieft. Dieses Konzept bietet auch genügend Spielraum für eine den individuellen Bedürfnissen der Klasse angepasste Schwerpunktsetzung. Eine erlebnispädagogische Klassenfahrt in Klasse 6 unterstützt diese Maßnahmen.

Profilklassen

Bei Eintritt in die Unterstufe können sich die Schüler gemäß ihren Neigungen momentan zwischen drei Profilklassen entscheiden: der Popmusikklasse, der bilingualen Klasse und der Sportklasse. Diese Differenzierung stellt gleichzeitig ein besonderes Unterrichtskonzept unserer Schule dar.

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Individuelle Förderung im Wahlpflichtbereich

Ab der Klasse 7 erfolgt in den Leistungskursen eine äußere Differenzierung in Neigungsschwerpunkte. Angeboten werden hier Französisch, Biologie, Informatik, Technik und Ökonomie/Sozialwissenschaften. Die Zuordnung zu den Leistungskursen wird den Schülern durch das Rotationsprinzip erleichtert: Um den Schülern einen Einblick in die zu wählenden Fächer zu ermöglichen und somit eine bewusste, interessengeleitete Wahl zu unterstützen, durchlaufen sie zu Beginn der Klasse 7 im Rotationsverfahren alle angebotenen Kurse. Das Fach Französisch ist von dieser Rotation ausgenommen, da es schon in Klasse 6 im Klassenverband unterrichtet wird.
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Arbeitsgemeinschaften

Zudem können die Schüler an freiwilligen Arbeitsgemeinschaften teilnehmen. Angeboten werden momentan:

  • Mofa-AG
  • Kochkurs
  • bio-logisch
  • Roboter-AG
  • Netzwerk-AG

Einen breiten Raum nimmt hier die Förderung der sozialen Kompetenz durch die Projekte

  • Busbegleitung
  • Streitschlichtung
  • Sporthelfer

ein.

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Weitere individuelle Fördermaßnahmen

Lernstudio

Das Lernstudio hat den Zweck, leistungsschwächere Schüler in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik gezielt zu fördern: Schüler, die in einer Klassenarbeit (oder auf dem Zeugnis) eine nicht ausreichende Leistung erbracht haben, besuchen verpflichtend einmal wöchentlich in der sechsten bzw. siebten Stunde das Lernstudio dieses Faches. Im Rahmen dieses Zusatzunterrichtes erstellen sie – begleitet durch einen Fachlehrer und unterstützt durch das Projekt „Schüler helfen Schülern“  – für sich selbst einen individuellen Lernplan und arbeiten diesen ab. Unterstützt werden sie dabei durch Lernempfehlungen, die der Hauptfachlehrer den Klassenarbeiten bzw. Zeugnisnoten beifügt und Förderabsprachen zwischen den Hauptfachlehrern und Betreuungslehrern in den Lernstudios. Erreicht der Schüler in der folgenden Klassenarbeit mindestens ein „ausreichend“, scheidet er aus der Fördermaßnahme aus.

Mit diesem Vorgehen können wir gewährleisten, dass leistungsschwächere Schüler weit über die im Regelunterricht realisierbaren Möglichkeiten hinaus individuell und zielgerichtet gefördert werden und in einem geschützten Raum stressfrei mit individuell angepasstem Lerntempo und nach individuell zugeschnittenen Lernmethoden Schwächen abbauen. Ebenso erlernen die Schüler durch dieses Förderkonzept über reine Inhalte auch Methoden zur weitgehend selbstständigen Wissensaneignung und –sicherung. Gleichzeitig steuert dieses Konzept auch der Benachteiligung sozial schwächer gestellter Schüler entgegen, da Kosten für Nachhilfe entfallen oder zumindest verringert werden.

Förder- und Forderkurse in Jahrgangsstufe 10

Die Förderung leistungsschwächerer Schüler wird ergänzt durch einstündige Forderkurse in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch für Schüler der Klassen 10, die einen Wechsel in die gymnasiale Oberstufe anstreben. Hier werden sie in den Hauptfächern auf die besonderen Anforderungen dieses Wechsels vorbereitet und mit über den Regelunterricht der Realschule hinausgehenden Inhalten und Methoden vertraut gemacht. Zeitgleich läuft für die anderen Schüler der Klasse 10 ein Förderkurs, in dem sie Defizite aus dem Regelunterricht in den Hauptfächern aufarbeiten oder Inhalte des Regelunterrichtes vertiefend bearbeiten können.

Selbstlernzentrum

Das Selbstlernzentrum ist auf die individuelle Förderung aller Schüler ausgerichtet und gliedert sich in drei Bereiche.

Im Oberstufenarbeitsraum erhalten Schüler der Klassen 9 und 10 die Möglichkeit, nach dem Ende des Regelunterrichtes gemeinsam Hausaufgaben zu erledigen oder in eigenverantwortlich organisierten Lerngruppen zu arbeiten.

Im Silentiumbereich des Selbstlernzentrums, der jeden Tag in der siebten Stunde in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Lernstudios und zur Bibliothek mit Medieninsel stattfindet, können Schüler nach Unterrichtsschluss ungestört ihre Hausaufgaben bearbeiten. Bei auftretenden Problemen besteht jederzeit die Möglichkeit, sich an die Aufsicht oder an einen der Lernstudio-Lehrer zu wenden. Ebenso können in der Bibliothek benötigte Informationen aus Printmedien oder auch durch Internetrecherchen eingeholt werden. Schüler, die ihre Hausaufgaben nicht angefertigt haben, besuchen, sofern sie nicht durch Arbeitsgemeinschaften oder die Teilnahme an einem Lernstudio verhindert sind, verpflichtend noch am selben Tag den Silentiumbereich, um dort ihre Versäumnisse aufzuarbeiten.

Der dritte Bereich des Selbstlernzentrums, die Bibliothek, bietet eine Möglichkeit zur Individualisierung des Regelunterrichtes. Im Rahmen der Binnendifferenzierung können leistungsstärkere Schüler mit Sonderaufträgen wie z.B. dem Suchen nach vertiefenden Materialien oder Zusatzinformationen aus dem Unterricht in die Bibliothek entsandt werden. Dies steuert zum einen einer Unterforderung oder Unterrichtsmüdigkeit leistungsstärkerer Schüler entgegen, kommt durch die Arbeitsergebnisse dieser Schüler dann zum anderen aber wieder der gesamten Lerngruppe zu Gute. Im Rahmen des Projektes „störungsfreier Unterricht“ können Schüler, die aus dem Regelunterricht ausgeschlossen werden, hier zudem ungestört unter Aufsicht einen Reflexionsbogen zu ihrem Fehlverhalten bearbeiten und dann in den Unterricht zurückkommen.

Hausaufgabenbetreuung für Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6

Für die Schüler der Unterstufe findet täglich eine Hausaufgabenbetreuung statt: Im Anschluss an die sechste Stunde werden die Schüler von geschulten Fachkräften betreut und können ihre Hausaufgaben in ruhiger und konzentrierter Atmosphäre erledigen. Durch die im Gegensatz zum Selbstlernzentrum engere Betreuung dieser jüngeren Schüler soll gewährleistet werden, dass den Schülern Lösungswege zur Bewältigung ihrer Hausaufgaben aufgezeigt werden und gegebenenfalls nicht verstandener Unterrichtsstoff erklärt wird.

Schülersprechtage

Die oben beschriebenen Maßnahmen zur individuellen Förderungen müssen auch auf das Arbeits- und Sozialverhalten jedes einzelnen Schülers Anwendung finden, da diese Bereiche Grundlage für den schulischen Erfolg sind. Um auch hier sowohl überdurchschnittliche Leistungen zu fördern und zu unterstützen als auch Schwächen gezielt abbauen zu können, wird seit dem Schuljahr 2008/09 ein weiterer Baustein des Förderkonzeptes realisiert: Gekoppelt an die Elternsprechtage finden zweimal jährlich Schülersprechtage statt, die Schülern und Lehrern Gelegenheit bieten, sich über Stärken und Schwächen von Schülern in diesem Bereich auszutauschen und Maßnahmen zur Verbesserung von Minderleistungen zu verabreden. Dazu sammeln die Klassen- und Fachlehrer, wie es auch zuvor gehandhabt wurde, wichtige Informationen zum Arbeits- und Sozialverhalten der einzelnen Schüler in einem Beobachtungsbogen. Zudem erhalten die Schüler einen Selbstreflexionsbogen, mit dem sie ihre eigenen Leistungen bzw. Defizite auf diesem Gebiet einschätzen können. Diese Kombination von Selbst- und Fremdeinschätzung weist folgende Vorteile auf:

  • Die Schüler haben dadurch Gelegenheit, auf positive Verhaltensweisen aufmerksam zu machen, die sich im Unterrichtsalltag der Beobachtung des Lehrers entziehen.
  • Das Ausfüllen der Selbstreflexionsbögen zwingt Schüler zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten und gibt somit Anlass zu einer aus Einsicht resultierenden Verhaltensänderung.
  • Abweichende Selbst- und Fremdeinschätzungen geben Anlass zu klärenden Gesprächen zwischen Schülern und Lehrern, aus denen sich sinnvolle Verabredungen bzw. Fördervorschläge für eine positive Entwicklung des Arbeits- und Sozialverhaltens ableiten lassen.
  • Lernfortschritte auf diesem Gebiet können besser als bislang dokumentiert werden.
  • Konflikte zwischen Schülern und Lehrern können in einem persönlichen Gespräch bereinigt werden, somit verbessert sich langfristig das Unterrichtsklima.
  • Insgesamt werden durch dieses Vorgehen Notenentscheidungen im Bereich Arbeits- und Sozialverhalten transparenter.