Berufswahlvorbereitung

23. Februar 2015 von admin | Kommentare deaktiviert für Berufswahlvorbereitung

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Berufswahlvorbereitung an der Städtischen Realschule Radevormwald – das ist heute mehr als ein obligatorisches Betriebspraktikum in der 9. Klasse, das einen Einblick in das Arbeitsleben und in den Berufsalltag vermitteln soll. Gerade in einer Zeit wachsender Ansprüche der Berufswelt und sich rasch verändernder Arbeitsmarktbedingungen ist die Berufsvorbereitung ein, wenn nicht sogar das zentrale Ziel unserer Schule.

Wir wollen unseren Schülern mit unserem Konzept der Berufswahlvorbereitung helfen, den für sie richtigen Weg zu finden, ihnen zeigen, wie sie sich selbst realistisch einschätzen und ihre Neigungen und Begabungen entdecken und entwickeln können, wie sie sich umfassend über Berufsbilder informieren und ihre weitere Schullaufbahn gezielt planen können.

Wir wollen, dass sich unsere Schüler erfolgreich bewerben können, mit Eignungstests vertraut sind und Bewerbungsgespräche gut vorbereitet und selbstbewusst bestreiten können.

Wir lassen dabei nicht aus dem Blick, dass immer mehr unserer Schüler nach einem erfolgreichen Abschluss an unserer Schule nicht sofort in einen Ausbildungsberuf wechseln, sondern ihre Schullaufbahn fortführen um sich weiter zu qualifizieren, zum Beispiel durch den Besuch eines der zahlreichen Berufskollegs, die ganz gezielt auf Berufsbilder unterschiedlicher Art vorbereiten, oder direkt durch den Besuch der gymnasialen Oberstufe um die Allgemeine Hochschulreife anzustreben.

Doch damit unsere Schüler unter diesen zahlreichen, unterschiedlichen schulischen Ausbildungsgängen richtig wählen können, müssen sie sich erst einmal klar werden, welche berufliche Richtung sie einschlagen und welches Ziel sie erreichen wollen. Auch dabei wollen wir unsere Schüler durch ein umfangreiches Schullaufbahn- und Berufsberatungsangebot unterstützen.

So ist ein festes Team – unser Praktikumteam – für die Berufswahlvorbereitung unserer Schule zuständig. Zu den Aufgaben dieses Teams gehören u.a.

  • die Koordination der Betriebspraktika und anderer Maßnahmen der Berufswahlvorbereitung
  • die Kontaktpflege und der regelmäßige Austausch mit den Ausbildungsbetrieben und unseren Kooperationspartnern
  • die Vorbereitung, die Betreuung und die Nachbereitung der Betriebspraktika
  • und schließlich die individuelle Schullaufbahnberatung für Schüler.

Schnupperpraktikum der Klassen 8

Seit dem Jahr 2005 ist die Durchführung eines einwöchigen Schnupperpraktikums in der 8. Klasse fester Bestandteil der Berufsorientierung an unserer Schule.

Zu Beginn des Schuljahres findet eine allgemeine Informationsveranstaltung für alle Eltern der Klassen 8 statt. Wir informieren hier über unser Konzept der Berufsorientierung und über die inhaltlichen, formalen und rechtlichen Aspekte des Praktikums.

Eingebettet in den Politikunterricht findet die Vorbereitung dieses Praktikums statt.

Durch dieses Schnupperpraktikum werden die Schüler schon sehr früh an die Beschäftigung mit der Berufswelt herangeführt und erhalten erste Anhaltspunkte, sich mit der späteren Berufswahl auseinander zu setzen. Sie erhalten einen kurzen Einblick in die Berufs- und Arbeitswelt und können möglicherweise die Erfahrung machen, dass ganz andere Ansprüche beruflicher und menschlicher Art am Arbeitsplatz an junge Menschen gestellt werden, als sie es aus der Schule kennen. Vielleicht entdecken einige Schüler in diesem Schnupperpraktikum ja auch schon ihren „Traumberuf“ oder finden heraus, dass dieser Beruf ja überhaupt nicht ihren Vorstellungen oder Fähigkeiten entspricht.

Durch dieses Schnupperpraktikum gehen die Schüler in der 9. Klasse schon besser vorbereitet und zielstrebiger an die Auswahl ihres Praktikumsplatzes heran und treffen seltener Fehlentscheidungen.

Um Eigenständigkeit und Verantwortlichkeit der Schüler zu fördern, sollen sich diese um einen Praktikumsplatz selbst bewerben, bei Schwierigkeiten stehen die Lehrer selbstverständlich beratend zur Seite. Telefonische Anfragen bzw. schriftliche Bewerbungen werden im Unterricht erarbeitet bzw. begleitet.

Während des Praktikums werden alle Schüler einmal von ihrem Betreuungslehrer besucht. Hierbei findet ein kurzer Erfahrungsaustausch mit dem Schüler und dem Betreuer seitens des Praktikumsbetriebes statt. Alle Betriebe werden gebeten für die Schüler einen Beurteilungsbogen auszufüllen, den diese auch bei späteren Bewerbungen beifügen können. Diese Beurteilungen sind auch Grundlage eines Auswertungsgespräches mit dem betreffenden Schüler.

Zur Auswertung des Praktikums erstellen die Schüler einen Berichtshefter, der auch zur Leistungsbewertung dient. Inhalt, Aufbau und Gestaltung des Hefters werden im Unterricht vorbereitet.

Praktikum der Klassen 9

Zu Beginn des Schuljahres findet eine allgemeine Informationsveranstaltung für alle Eltern der Klassen 9 statt. Wir informieren hier über unser Konzept der Berufsorientierung und über die inhaltlichen, formalen und rechtlichen Aspekte des Praktikums.

Das dreiwöchige Betriebspraktikum für die Klasen 9 beginnt jedes Jahr in der letzten Novemberwoche und endet in der Woche vor den Weihnachtsferien.

Ziel des Praktikums ist es, unseren Schülerinnen und Schülern eine Orientierungshilfe für ihre spätere Berufswahl zu geben, und zwar unabhängig davon, ob sie unmittelbar nach der 10. Klasse eine Ausbildung anstreben oder ob sie zuvor noch ein Berufskolleg oder ein Gymnasium bzw. eine Universität besuchen wollen.

Wir wollen den Schülern und Schülerinnen klar machen, wie wichtig es ist, dass sie diese Chance ernsthaft und bewusst nutzen. Dazu gehört eine intensive Vorbereitung auf das Praktikum unter Einbeziehung der Erfahrungen, die bereits im Mini-Praktikum der Klasse 8 gemacht wurden.

Ziel der Vorbereitungen muss also sein, dass sich die Schülerinnen und Schüler über folgende Fragen klar werden:

  • Welche Interessen und Neigungen habe ich – und stimmen sie mit meinen Möglichkeiten und Fähigkeiten überein?
  • Welche Anforderungen stellt der angestrebte Beruf an mich? Entsprechen diese Anforderungen meinen bisherigen Vorstellungen und bin ich diesen Anforderungen gewachsen?
  • Welche Alternativen habe ich, wenn es mit meinem Berufswunsch nicht klappt?

Damit unsere Schülerinnen und Schüler einen möglichst realitätsnahen Einblick in die Berufswelt bekommen, achten wir darauf, dass bei der Wahl des Praktikums folgende Regeln beachtet werden:

  • Die Schüler und Schülerinnen bemühen sich selbst um eine Praktikumsstelle.
  • Das Praktikum sollte nicht im elterlichen Betrieb absolviert werden.
  • Praktika in einem Betrieb, in dem ein Elternteil arbeitet, sollten nach Möglichkeit vermieden werden.
  • Das Praktikum sollte nicht in einem Betrieb erfolgen, in dem der Schüler oder die Schülerin bereits ein Praktikum gemacht haben.
  • Die Schülerinnen und Schüler bemühen sich rechtzeitig um ein Praktikum, damit „Verlegenheitspraktika“ vermieden werden können.

Das Praktikum wird fächerübergreifend vorbereitet, insbesondere durch die Fächer Deutsch, Informatik und Politik.

Im Fach Deutsch stellt „Bewerben“ die erste Unterrichtseinheit dar mit den Schwerpunkten

  • Aufbau und Analyse von Stellenanzeigen
  • Erstellen eines Lebenslaufes
  • Verfassen von Bewerbungsschreiben

Das Fach Informatik hilft den Schülerinnen und Schülern beim

  • Erlernen und Umsetzen von formalen Kriterien bei Lebensläufen und Bewerbungen
  • Selbstständigen Sammeln von Informationen und Vertiefen ihres Wissens über Berufe, Berufswege und Firmen im Internet
  • Gestalten ihres Praktikumshefters
  • Erarbeiten von Präsentationen über bestimmte Berufsbilder oder die Praktika

Der Politikunterricht setzt seine Schwerpunkte in den Bereichen

  • Erkennen von Interessen und Fähigkeiten
  • Erkundung und Vergleich von Berufsbildern
  • Hilfe bei Wahl und Suche des richtigen Praktikumsplatzes
  • Telefonanfrage und Bewerbung
  • Bewerbungsgespräche
  • Verhalten während des Praktikums
  • Inhalt und Gestaltung des Praktikumshefters
  • Nachbereitung des Praktikums

Besuch der Ausbildungsmesse des Berufskollegs Bergisch Land in Wermelskirchen

In jedem Jahr besuchen die Schüler der Klassen 9/10 im Klassenverband vormittags oder am Nachmittag privat die Ausbildungsmesse im Berufskolleg Bergisch Land, auf der zahlreiche Firmen der Region ausstellen und gleichzeitig über schulische Ausbildungsgänge des Berufskollegs informiert wird.

Grundlage der Vorbereitung ist eine Broschüre für jeden Schüler, in der umfangreich über die Messe informiert wird. Die Schüler erhalten darüber hinaus einen Erkundungsbogen mit Aufgaben, die während des Besuchs bearbeitet werden müssen und später im Unterricht besprochen werden.

Informationsplattform Schaukasten in der Schule

Alle Angebote der Berufskollegs in der Region bezüglich Infoveranstaltungen, Tagen der offenen Tür usw. werden den Schülern als Aushänge in einem speziellen Schaukasten und auf einer Infotafel zugänglich gemacht. Das Gleiche gilt für alle anderen Veranstaltungen und Angebote im Bereich Berufsausbildung, insbesondere auch für Ausbildungsstellen hiesiger Firmen. Diese Aushänge erfolgen teilweise auch in den Klassen 9/10.

 

Beratung über den Besuch weiterführender Schulen nach Abschluss der Realschule

Vorbereitung

Mit Beginn des 10. Schuljahres erhalten in den Klassenpflegschaftssitzungen alle Eltern eine Einladung zu einem Beratungsgespräch „Weiterführende Schulen“. An einem solchen Gespräch, dessen Dauer auf eine Zeitstunde angelegt ist, nehmen der Schüler sowie die Eltern teil.

In den folgenden 2 Wochen erhalten dann alle Klassen in einer gesonderten Unterrichtsstunde einen ersten Überblick über das System der Sekundarstufe II. Dies erstreckt sich auf rein schulische als auch integrierte Ausbildungsformen: Gymnasium, Gesamtschule, Berufskolleg.
Beratungsgespräch

Nach Absprache kommen Eltern und Schüler zu dem Beratungsgespräch, welches  folgende Punkte abdeckt:

Wurden Bewerbungen um eine Lehrstelle abgegeben? Wenn nicht, warum geschah dies nicht?

Welcher Abschluss wird wahrscheinlich erreicht: Mittlerer Schulabschluss mit oder  ohne  Qualifikationsvermerk?

Welche Ausbildungsgänge sind in beiden Fällen möglich: Fachabitur integriert, Fachabitur schulischer Teil mit anschließender Lehre oder Praktikum, gymnasiale Oberstufe am Gymnasium, in der Gesamtschule und am Berufskolleg, gymnasiale Oberstufe mit integrierter Ausbildung, gymnasiale Oberstufe Klasse 13 nach Fachabitur.

Welche Voraussetzungen müssen für alle diese Ausbildungsgänge gegeben sein? Hierzu hat der Beratungslehrer den Personalbogen des Schülers von Klasse 5 bis 10 eingesehen und gegebenenfalls auch mit den Hauptfachlehrern des Schülers gesprochen. Der Schüler sollte sich realitätsnah zu seinen schulischen Leistungen und Möglichkeiten äußern. Der Beratungslehrer weist auf die besonderen Anforderungen in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch der Sekundarstufe II hin.

Es wird ein Zeitplan für die gründliche Recherche zu den möglichen Schulformen aufgestellt: Bis zu den Weihnachtsferien müssen die Schüler die Homepages der infrage kommenden Schulen eingesehen haben, die dort angegebenen speziellen Beratungen und Termine erfassen und nach Möglichkeit bereits wahrnehmen. Ferner ist die durch den Beratungslehrer ausgegebene Broschüre „Sekundarstufe II am Berufskolleg“ durchzuarbeiten.

Es werden, besonders zu den vielfältigen Möglichkeiten im Berufskolleg, Ausbildungsgänge vorgestellt. Die Erfahrung zeigt, dass die zahlreichen Fachabiturvarianten in der Regel nicht bekannt sind. Dies gilt auch für die vielen Möglichkeiten, die allgemeine Hochschulreife in der gymnasialen Oberstufe des Berufskollegs zu erwerben.
Feedback-Gespräch

Im Monat Januar findet, falls gewünscht, ein weiteres Gespräch mit Eltern und Schülern/innen statt, in dem der Stand der Entscheidungsfindung erfragt wird. Jetzt sollte die Schulwahl sich bereits auf maximal 2 Möglichkeiten einengen; der Schüler hat dann bis Mitte Februar Zeit, die endgültige Wahl zu treffen und sich entsprechend anzumelden.
Ansprechpartner

Während des ganzen ersten Halbjahres steht der Beratungslehrer zu Gesprächen mit dem Schüler zur Verfügung. Die Fülle der Angebote macht es immer wieder nötig, Nachfragen zu stellen.

Kooperation mit dem Theodor-Heuss-Gymnasium Radevormwald

Seit Jahren gibt es eine intensive Zusammenarbeit mit dem Gymnasium in Radevormwald. Hierzu bietet das THG Informationsveranstaltungen an für Schüler der Klassen 10 sowohl in den Räumen des Gymnasiums als auch vor Ort in der Realschule.

Daneben haben die Schüler die Möglichkeit mehrfach an einem Probeunterricht im Gymnasium teilzunehmen.

Eine weitere Informationsmöglichkeit ist der Besuch des Tages der Offenen Tür am Gymnasium, wo die Beratungslehrer des Gymnasiums für persönliche Beratungen zur Verfügung stehen.

Außerdem haben unsere Schüler die Möglichkeit an einem Kurs zum Erwerb des Cambridge Zertifikates am THG teilzunehmen.

 

Vorstellung des Berufskollegs Hückeswagen-Privatschule Bergischer Unternehmen

Das Berufskolleg Hückeswagen-Privatschule Bergischer Unternehmen bietet Schülern mit Fachoberschulreife die einzigartige Möglichkeit, innerhalb von drei Jahren den IHK Abschluss Industriekauffrau/Industriekaufmann und die allgemeine Hochschulreife zu erreichen.

Durch die enge Verzahnung von betrieblicher und schulischer Ausbildung erwachsen auf der einen Seite den Unternehmen in der Region qualifizierte Nachwuchskräfte; auf der anderen Seite profitieren die Jugendlichen von der frühzeitigen praxisorientierten Ausbildung und überdurchschnittlichen Karrierechancen im Anschluss an die Ausbildung.

Ab dem Schuljahr 2011/12 ist auch eine duale gewerblich-technische Ausbildung geplant, die innerhalb von vier Jahren die IHK Ausbildung und die allgemeine Hochschulreife ermöglicht. Vorraussetzung für die Aufnahme ist die Fachoberschulreife mit Qualifikation.

Ansprechpartner: Herr Wirth, Frau Graf, Herr Götze, Herr Teichmann,